Der Kammerhof

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Der Kammerhof wurde urkundlich 1395 erstmals erwähnt.
Obwohl er im Laufe seiner Geschichte mehrmals umgebaut wurde, ist noch originale Bausubstanz in hohem Maße vorhanden. Eine 2003 durchgeführte Bauanalyse der Technischen Universität Wien bestätigt die bauhistorische Bedeutung.

Der Kammerhof diente bis 1926 als Salzamtsgebäude. 
Im Zuge der Errichtung des neuen Kurzentrums wurde er im Jahr 1971 von der Marktgemeinde Bad Aussee erworben. Die Hofmauer, alle Nebengebäude und das nördliche Treppenhaus mussten beim Neubau des Kurzentrums abgetragen werden.

 

DER KAISERSAAL

Ein besonderes Juwel ist der Kaisersaal.

1442 übernachtete Kaiser Friedrich III. auf der Krönungsfahrt nach Aachen im Ausseer Kammerhof. Im Dezember 1511 weilte Kaiser Maximilian im Kaisersaal. Der Wappenstein mit dem Reichsadler über dem Haustor erinnert noch heute daran. 

Der kleine, zentral gelegene Raum fasziniert mit seinen schön facettierten Türrahmen, Fensterkreuzen und –bänken sowie dem Kamin aus Ausseer Rotmarmor (Ausseer Steinmetz Engelprecht um 1530 ) und den Freskomalereien aus der Zeit von 1740-1756, die Decke und Wände gleichermaßen bedecken.

Restauration der Wandmalereien 2011-2014 durch das Land Steiermark und das Bundesdenkmalamt.

 

DAS MUSEUM

Der systematische Aufbau des Museums begann nach 1978 und die bedeutenden Sammlungen „Höhlenkunde“ und „Salz“ wurden in den Räumen des 1. Stockes ausgestellt. Auch die Ausseer Trachtensammlung konnte nun adäquat untergebracht werden.

Zu Beginn der Neunzigerjahre wurde auch der 2. Stock in den Ausstellungsbereich miteinbezogen. Es entstanden die Ausstellungen „Fossilien“ und „Ausseer Tracht“.
2002 begann der Verein „ARGE Ausseer Kammerhofmuseum“ mit der Entwicklung eines Raum- Funktionskonzeptes für das Projekt „Kammerhofmuseum neu“.

Das Projekt „Kammerhofmuseum neu“ wurde im Jahr 2004 begonnen. 
Projektträger: Stadtgemeinde Bad Aussee (Umbau) gemeinsam mit dem Verein „ARGE Ausseer Kammerhofmuseum“ (Neugestaltung der Ausstellungen). Auf Initiative der Kulturreferentin Mag. Sieglinde Köberl, zugleich Obfrau des Vereins, beauftragte die Stadtgemeinde Bad Aussee im Jahr 2004 den aus Aussee stammenden Architekten und Leiter des Ludwig Bolzmann- Institutes für Historische Bauforschung, Prof. DI Dr. Friedmund Hueber mit der Planung der notwendigen baulichen Veränderungen des Kammerhofes. 2004/05 wurden mehrere Bereiche in allen drei Geschoßen baulich adaptiert.

Die Ausstellungen „HÖHLENKUNDE“ und „AUSSEER TRACHTENHANDWERK“ wurden völlig neu kuratiert, die Ausstellungsbereiche „UR- UND FRÜHGESCHICHTE“ und „FOSSILIEN“ wurden teilweise neu gestaltet.

Mit einem „Tag der offenen Tür“ wurde der teilweise adaptierte Kammerhof am 8. Mai 2005 der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt.

Am 27. Mai 2006 wurde die neugestaltete Ausstellung „BRAUCHTUM“ eröffnet. (Kuratorin: Karola Ainhirn BA)

Im Frühjahr 2008 konnte das Herzstück des 2. Stockes, die neue Volksmusik-Ausstellung eröffnet werden.

Kuratorin: Univ. Prof. Dr. Gerlinde Haid, Vorständin des Institutes für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie der Universität für Darstellende Kunst und Musik in Wien.
Gestalter: Raum 1-3: Mag. Christian Sturminger, Mag. Jasmin Trabichler
                 Raum 4:    Dr. Maria Theresia Wietersheim - Meran.

Die Adaptierung des Kammerhofmuseums in den Jahren 2004 - 2008 wurde von der Gemeinschaftsinitiatve "Leader plus" mit knapp mehr als € 80.000,-- (Kofinanzierung Land Stmk. und EU) unterstützt. Das Projekt "LEA" (Lebendiges Erbe Ausseerland) konnte im Dezember 2008 erfolgreich abgeschlossen werden. 

2009 wurde die Ausstellung „ Erzherzog Johann und Anna Plochl“ völlig neu eingerichtet. Kuratorin (ehrenamtlich): Frau Dr. Maria-Theresia von Wietersheim-Meran.

Die Ausstellung „Salz – das weiße Gold“ wurde von Herrn Dr. Volker Hänsel hinsichtlich der Texte und der Präsentation der Exponate adaptiert.

2013:
Installation der Dauerausstellung "Sommerfrische im Ausseerland" und des Museumskinos.
Inhalte: Dr. Michael Kurz, Mag. Sieglinde Köberl; Gestaltung: DI Dr. Thomas Kopfsguter